Tierquälerei rechtfertigen: Die schizophrenen Argumente der Fleischesser wissenschaftlich aufgedeckt

Für eine Scheibe Wurst muss ein Tier leiden und sterben. Das wissen selbst Fleischesser. Wie aber rechtfertigen die das? Dieser Frage ging Dr. Jared Piazza und ein Wissenschaftlerteam der psychologischen Fakultät der Lancaster University auf den Grund. Sie untersuchten dabei die psychologischen Mechanismen, die bei Menschen anspringen, um den Fleischverzehr zu rechtfertigen.

Die Mutation zum Ernährungsspezialisten

“Die sogenannten vier Ns (natürlich, notwendig, normal und nett) sind eine weit verbreitete Strategie der Fleischesser, mit der sie versuchen Schuldgefühle zu zerstreuen, die sie andernfalls beim Verzehr tierischer Produkte empfinden würden.“, so Dr. Piazza.

Sie sagen dann: Ich esse Fleisch, weil es…

…natürlich ist. Es ist die natürliche Nahrung des Menschen und das war schon immer so.
…notwendig ist. Das ist lebenswichtig, nur so bekomme ich alle notwendigen Nährstoffe.
…normal ist. Machen doch alle so.
…nett und lecker ist. Macht Spaß und schmeckt einfach.

Vermutlich ist das letzte Argument für die meisten Fleischesser der Hauptgrund, wenn nicht gar der einzige Grund, warum sie Fleisch essen. Alle anderen Argumente dienen lediglich der Tarnung. Man versucht also, den Fleischverzehr irgendwie ein bisschen wissenschaftlich zu begründen und so von der eigenen moralischen Verwerflichkeit abzulenken – so Dr. Piazzas Analyse.

Allerdings geschieht all das meist eher unbewusst. Kaum ein Fleischesser würde je zugeben, sein Handeln bzw. Essen sei moralisch verwerflich – nicht einmal sich selbst gegenüber.

Tiere sind Sachen, die eigenen Haustiere natürlich ausgenommen

Leute, die ihren Fleischverzehr mit den 4 Ns rechtfertigen, haben überdies laut Dr. Piazza gewisse gestörte Charaktermerkmale gemein, die sie eindeutig von Veganern unterscheidet. So degradieren sie Tiere beispielsweise gerne zu Sachen und trauen ihnen auch sehr viel weniger mentale Fähigkeiten zu. Sie kennen keine ethischen Kriterien beim Einkaufen. Sich für Tierrechte oder Tierschutz einzusetzen, kommt ihnen nicht in den Sinn -außer es handelt sich um die eigene Katze oder den Hund.

Die bloße Anwesenheit eines Veganers löst in Fleischessern Unbehagen aus

Damit dieses inkonsequente Verhalten nicht weiter auffällt, greifen sie immer wieder auf die vier Scheinargumente zurück. Irgendwie wissen die Fleischesser das in ihrem tiefsten Inneren. Daher wird von ihnen oft schon die bloße Gegenwart eines Veganers als eine Art moralischer Vorwurf empfunden, so Dr. Piazza. Und auch wenn der Veganer kein Wort über das Thema verliert, wird von Seiten der Fleischesser keine Gelegenheit ausgelassen, sich – meist belustigend – über die vegane Ernährungsweise auszulassen.

Einem Lebewesen sein Geburtsrecht abzusprechen, nämlich das Recht zu leben, ist unentschuldbar. Trotzdem besteht Hoffnung: So wie es keine Heiligen ohne Vergangenheit gibt, so gibt es auch keine Sünder ohne Zukunft. Es ist nie zu spät den Wechsel zumindest einmal zu probieren. Eine kleine Motivation dazu gibt es hier.

 

Quellen:
Lancaster University Rationalizing meat consumption: the 4Ns
Zentrum der Gesundheit: Scheinargumente der Fleischesser

 

 

3 Gedanken zu “Tierquälerei rechtfertigen: Die schizophrenen Argumente der Fleischesser wissenschaftlich aufgedeckt”

  1. Ich esse Fleisch und stehe dazu. Zwar nur selten, dafür dann was gutes. Es käme mir aber deshalb nicht in den Sinn, ein Tier als Sache zu bezeichnen oder mich nicht für bessere Tierhaltung einzusetzen! Auch ein Tier hat das recht auf ein glückliches Leben und eine humane Schlachtmethode, wenn es zum Verzehr bestimmt ist. Auch ist mir klar, dass es Tierarten gibt, die sehr Intelligent sind und z.T. ein selbstbewustsein haben. Da ich auf dem Land lebe, kaufe ich mein Fleisch möglichst bei Hausschlachtungen. Dass es immer noch keine anständige Methode zur schlachtung in grossen Schlachthöfen gibt, finde ich das letzte! Z.B. das Bolzenschussgerät ist ein Witz, da die meisten Grosstiere damit nicht mal betäubt werden, oder nur kurz und dann alles mitbekommen. Meiner Meinung nach sollte das verboten werden! Zuletzt noch zu den Veganern oder Vegetariern. Diese lösen bei mir keinerlei Unbehagen aus und ich mache mich auch nicht lustig über sie. Jedem das seine! Leider versuchen viele von ihnen aber krampfhaft die Fleischesser zu missionieren, selbst wenn diese nur zu wenigen Festtagen Fleisch essen und werden deshalb von den Fleischessern nicht gerne als Gesprächspartner gewählt. Ich esse am Liebsten Pferd oder Wild, deren Fleisch kommt sowieso entweder von verletzten oder zu alten Tieren oder bei Wild vom Abschuss von zu grossen Populationen und wird genau berechnet.

  2. Sehr schön dargestellt.
    Ich kenne es, wie Fleischesser denken und mit welchen rechfertigenden Argumenten sie Veganern, nicht Fleischessenden erzählen wollen, warum es ungesund ist, sich nicht von Tieren zu ernähren.
    Ich habe weder Mangelerscheinungen, noch irgendwelche gesundheitliche Probleme, obwohl ich mich seit vielen Jahren fleischlos ernähre.
    Ich würde mir wünschen, dass sich Viele so entscheiden, wie ich es auch getan habe und es einfach einmal ausprobieren. Es fiel mir überhaupt nicht schwer, eine Umstellung war es, das gebe ich zu.

    1. Ich bin jetzt 45 Jahre alt, 1.85m gross und wog mein Leben lang nur 67 Kg. Ich kann so viel essen wie ich will, ich werde nicht schwerer. Als ich vor 3 Jahren mit der Familie eines Freundes, dessen Mutter Vegetarisch kocht, für 4 Wochen in den Ferien war, wog ich danach 72 Kg und brauchte neue Hosen 😊! Wir haben zwar ein paar mal Muscheln im Restaurant gegessen, aber das war dann auch schon alles, in sachen Fleisch. Das brachte mich dann doch zum nachdenken!

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