Schmerz und Leid im Stall

Die Heinrich-Böll Stiftung spricht in ihrem Fleischatlas 2018 überraschend Klartext im Hinblick auf die Probleme, denen sich die Menschheit durch die grausame Tierindustrie und die gefräßigen Tieresser gegenüber sieht: „Die negativen ökologischen und sozialen Auswirkungen der industriellen Fleischproduktion sind bekannt und wissenschaftlich belegt.“

Die Lösungsvorschläge hingegen sind verschwommen und eher konsensorientiert. Ein bisschen weniger Fleisch, hier und da ein Tierwohl-Aufkleber und weiter schön das Gewissen der Verbraucher beruhigen. Kein Wunder, stammt doch der Großteil der Einnahmen von 62 Millionen Euro im letzten Berichtsjahr vom Staat. Und der sitzt ja bekanntlich in einem Boot mit der Tier- und Pharmaindustrie.

Die erschütternden Fakten:

Konsum

  • In den letzten 50 Jahren hat sich die globale Fleischproduktion mehr als verdreifacht.
  • Bis 2050 wird sie noch einmal um 85 Prozent wachsen.

Tiere

  • 80 Prozent der Mastschweine sind verletzt oder an den Atemwegen erkrankt.
  • 34 Prozent der sogenannten Milchkühe leidet an lahmen Gelenken;
  • 38 Prozent an Euterentzündungen.
  • 67 Prozent der Masthühner haben mutierte Fußballen;
  • 40 Prozent haben Brustbeinschäden;
  • 53 Prozent haben Knochenbrüche.
  • 50 Millionen männliche Küken werden in Deutschland am ersten Lebenstag getötet;
  • 300 Millionen sind es EU-weit.

Krankheiten

  • 131.000 Tonnen Antibiotika bekommen die Tiere im Jahr -doppelt so viel wie die Menschen.
  • 2050 werden über zehn Millionen Menschen jährlich sterben, weil Antibiotika bei ihnen nicht mehr wirken

Umwelt

  • Die fünf weltgrößten Fleisch- und Milchkonzerne emittieren mehr klimaschädliche Gase als der Ölriese Exxon.
  • Gülle von zu vielen Tieren ist in den Niederlanden so teuer geworden, dass immer mehr davon ins kostengünstige Deutschland schwappt.
  • Die maximale Steigerung durch Dünger und Pestizide endet vielerorts in ausgelaugten Böden, Krankheiten der Landbevölkerung und Wasserknappheit.

Land

  • Für kein anderes Konsumgut der Welt wird so viel Land benötigt wie für Fleisch und Milch.
  • Obwohl nur 17 Prozent des Kalorienbedarfs der Menschheit von Tieren stammt, benötigen sie 77 Prozent des globalen Agrarlands.
  • In vielen Regionen Europas ist das Grundwasser von der Nutztierhaltung mit Stickstoff belastet.

Die Stiftung zieht folgendes richtiges Fazit: Für die Menschheit ist die Parole „Mehr Fleisch!“ kein Versprechen, sondern eine Drohung.

 

 

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