Vegan boomt – Steht der Zusammenbruch der Fleischindustrie bevor?

Dass vegan leben gesünder ist, die Umwelt schont und nicht zuletzt natürlich die Tiere von unsagbaren Qualen befreit, dürfte inzwischen jedem klar sein. Was aber würde mit der Fleischbranche passieren, wenn sich eines Tages alle Deutschen vegan ernährten? Um diese Frage zu beantworten, macht es Sinn sich zunächst einmal anzusehen, was überhaupt hinter den Kulissen vorgeht.

1,3 Millionen Deutsche leben schon vegan. Seit dem Jahr 2008 ist das eine Steigerung von 36 Prozent pro Jahr. Alles spricht dafür, dass sich dieser Trend mit großer Dynamik fortsetzt.

Moderne Sklavenarbeit am Fließband

Die deutschen Tierunterdrückungs-Barone haben im letzten Jahr 60 Milliarden Euro Umsatz gemacht, während sie andere die Drecksarbeit machen lassen. Und jetzt kommt´s: Da heute alles automatisiert abläuft, arbeiten in dieser Branche laut statistischem Bundesamt nur 132.000 Menschen – Fischverarbeitung und Futtermittelherstellung mitgezählt. Das bedeutet die Fleischkapitäne setzten pro Mitarbeiter fast eine halbe Million Euro um.  Und das während Rumänen, Ungarn oder Bulgaren als Akkordarbeiter im Schichtbetrieb Tiere am Fließband zerstückeln. Moderne Sklaverei nennt das die Frankfurter Allgemeine in einem Artikel. Die Löhne lägen dabei oft bei drei Euro pro Stunde.

Die machen das aber nicht nur, damit der von der heimtückischen Werbung vernebelte deutsche Fleischesser sein Schnitzel bekommt. Weil sie den Hals nicht voll bekommen, haben sie sich zusätzlich neue Märkte gesucht. So wird inzwischen rund ein Drittel des in Deutschland erzeugten Fleisches exportiert. Das ist eine Steigerung von 60 Prozent gegenüber 2005. Das reicht denen aber immer noch nicht. Insider berichten, dass die Schweine- und Geflügelmast mittelfristig massiv ausgeweitet werden soll. Seit 2012 sollen mindestens eine Million neue Stallplätze für Schweine beantragt worden sein.

 „Verglichen mit dem Jahr 2000 hat die Bundesrepublik Deutschland den Fleischwarenexport mehr als vervierfacht. Dies ist besonders erfreulich, weil die Wertschöpfung in diesem Bereich wesentlich höher ist als im reinen Fleischexport. Der Export sichert nicht nur die Existenz der Fleischwirtschaft, sondern ist auch Motor für künftiges Wachstum der deutschen Schweineproduktion.“  Agrarfachmagazin top agrar

Das bedeutet: Obwohl immer weniger Deutsche Fleisch essen, schlachten Billigarbeiter im Auftrag ein paar weniger Kapitalisten immer mehr wehrlose, schutzbedürftige Tiere -unter immer unmenschlicheren Bedingungen. Ich hatte doch erst vor kurzem ein Antwortschreiben des Bundeskanzleramtes auf dem Tisch liegen, in dem es heißt: „…dass sich die Bundesregierung auch weiterhin für Verbesserungen im Tierschutzbereich einsetzen wird.“ Vor dem Hintergrund der vorstehenden Fakten ist es möglicherweise angebracht, diese Worte anzuzweifeln.

Fleischkapitäne im Ruhestand, Schlachter in der Klinik

Wäre Deutschland komplett vegan -und das wird kommen-  verlören die 132.000 Beschäftigten der Fleischindustrie zunächst mal nicht ihren Job, da die Exporte ja weiter steigen. Man stelle sich das mal vor: Alle Deutsche lebten vegan, die Tierquälerei ginge trotzdem weiter! Es ist aber nicht davon auszugehen, dass einundachtzig  Millionen Veganer aus Rücksicht auf ein paar Kapitalisten und einige Billigarbeiter dieses sinnlose Töten weiter hinnehmen werden.

Was die schwarzen Schafe unter den Schlachthofarbeitern angeht, ich meine die wir aus den Undercover Filmen der Tierschützer kennen – denen wird ohnehin niemand nachweinen. Es ist davon auszugehen, dass der überwiegende Teil dieser ausgebeuteten Menschen nur ungern für drei Euro die Stunde am Fließband Tiere zerlegt und einer Umschulung aufgeschlossen gegenübersteht. Und zwar zum Beispiel zu Krankenpflegepersonal.

Einer Veröffentlichung aus dem September 2017 des Bundesministeriums für Gesundheit mit der Überschrift „Pflegefachkräftemangel“ ist nämlich zu entnehmen, dass sich noch zusätzlich zum schon bestehenden Personalmangel eine Lücke von rund 200.000 Pflegekräften in den nächsten 8 Jahren bilden könnte.

Die Fleischkapitäne werden ja wahrscheinlich weise genug sein, um schon heute etwas auf die hohe Kante zu legen. Oder sie steigen auch um auf die Produktion gesunder, leidfreier Nahrungsmittel. Einundachtzig Millionen Veganer sind doch eine interessante Zielgruppe.

Ich bin Lehrer für Fitness, Gesundheit und Sportrehabilitation und schreibe ehrenamtlich Artikel für gemeinnützige Organisationen. Die vorrangigen Ziele dieser Organisationen sind Tierschutz, Menschenrechte, Umweltschutz und Gesundheit. Der einfachste Weg diese Welt zu einem besseren Ort zu machen, ist vegan zu leben. Deshalb folge auch ich diesem Lebensstil seit einigen Jahren.

4 Kommentare zu “Vegan boomt – Steht der Zusammenbruch der Fleischindustrie bevor?”

  1. Ich esse schon über 20 Jahre kein Fleisch mehr und nach den ganzen Informationen über Tierhaltung usw. verzichte ich ganz auf tierische Produkte. So etwas kann man doch, wenn man es weiss, nicht einfach so hinnehmen. Selbst wenn ich doch einmal Lust auf z. B. Käse habe, denke ich an die Kälbchen und die Lust ist sofort weg.
    Die meisten Menschen wollen es ja garnicht sehen ….

  2. Ich bzw. wir leben schon seit April 2015 erst vegetarisch und seit über einem Jahr vegan.
    Jedem, der diesen Schritt gehen möchte kann ich nur von Herzen ermutigen. Die Kraft und Klarheit, die du aufgrund veganer Lebensweise erreichst, wir alles in den Schatten stellen.

    Herzlichst
    Manu
    IT- und Marketing Manager
    bei http://www.baumfrei.de

    PS: den Beitrag teile ich gerne in meiner Facebook Gruppe: Nachhaltige Innovationen

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